Ratgeber - Kosten & Finanzierung
Was zum Hauspreis noch dazukommt
Rechnen Sie mit 15 bis 20 Prozent der Bausumme zusätzlich zum Hauspreis. Das sind die Baunebenkosten – Grundstücksnebenkosten, Vermessung, Baugenehmigung, Hausanschlüsse, Erdarbeiten, Außenanlagen, Versicherungen und Finanzierungskosten. Sie stehen in keinem Hausprospekt, fallen aber genauso sicher an wie der Rohbau.
Ein schlüsselfertiges Haus kostet bei uns zwischen 212.100 € und 480.000 €, Stand 01.05.2026, einschließlich Erdarbeiten und Bodenplatte. Das ist der Hauspreis. Das Gesamtbudget bis zum Einzug ist eine andere Zahl – und nur diese zweite Zahl ist die, mit der Sie zur Bank gehen sollten.
Wie wir das handhaben. Wir rechnen das Gesamtbild vor dem Vertrag durch, nicht danach: Haus, Grundstück, Nebenkosten, Ausstattungswünsche, Außenanlagen und eine Reserve. Ein Entwurf, der zum Budget nicht passt, hilft niemandem – auch uns nicht.
Welche Baunebenkosten fallen konkret an?
Beim Grundstück: Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch, gegebenenfalls Maklerprovision. Vor dem Bau: Vermessung, Baugenehmigungsgebühren, Bodengutachten, Statik, Kampfmittelfreigabe. Während des Baus: Hausanschlüsse für Strom, Wasser, Abwasser und Telekommunikation, Baustrom und Bauwasser, Bauversicherungen. Danach: Zufahrt, Stellplätze, Terrasse, Wege, Geländemodellierung, Entwässerung, Gartenanlage.
Dazu kommen die Finanzierungskosten selbst – Bereitstellungszinsen, wenn sich der Bau verzögert, und die Kosten für Sicherheiten, falls Ihr Anbieter welche verlangt.
Warum ist die Reserve keine Vorsicht, sondern Pflicht?
Es gibt einen Fall, den wir aus der Praxis kennen: Eine Bauherrenfamilie hatte 10.000 € Puffer für Baugrundmehrkosten eingeplant. Das Gutachten kam nach Vertragsabschluss, die Mehrkosten lagen bei 9.500 €. Die Familie hat sich gefreut – 500 € unter dem Puffer.
Bemerkenswert ist daran nicht die Zahl, sondern die Reihenfolge: Der Puffer war vorher da, das Gutachten kam danach. Niemand konnte prüfen, ob 9.500 € angemessen waren. Eine Reserve schützt Sie vor Überraschungen. Sie ersetzt aber nicht die Prüfung, ob eine Mehrforderung berechtigt ist.
Was gehört in ein ehrliches Gesamtbudget?
Grundstück plus Kaufnebenkosten. Hauspreis laut Bauvertrag. Baunebenkosten mit 15 bis 20 Prozent. Ausstattungswünsche über den Standard hinaus – die entstehen bei der Bemusterung und sind erfahrungsgemäß der Posten, der am häufigsten unterschätzt wird. Außenanlagen, die nach der Übergabe nicht automatisch fertig sind. Und eine Reserve für den Baugrund.
Erst wenn diese Summe steht, ist klar, welches Haus realistisch ist. Der umgekehrte Weg – erst der Entwurf, dann die Suche nach der Finanzierung – führt regelmäßig dazu, dass am Ende an der Ausstattung gespart wird, die man täglich sieht.
Lohnt sich Bauen bei diesen Zinsen überhaupt noch?
Die Frage ist berechtigt. Grundstücke sind teurer geworden, Baukosten sind gestiegen, die Zinsen liegen deutlich über den Niedrigzinsjahren. Die monatliche Belastung wirkt auf den ersten Blick abschreckend.
Nur: Auch frühere Bauherren standen vor Entscheidungen, die sich damals groß anfühlten. Wer vor zwanzig Jahren in Bernau gebaut hat, zahlte nominal weniger – gemessen am damaligen Einkommen und an der heutigen Miete sieht die Rechnung anders aus. Eine Monatsrate ist kein vollständiges Argument, weder dafür noch dagegen. Sie gehört in eine Betrachtung über die gesamte Nutzungsdauer.
Wie viel spart Eigenleistung wirklich?
Weniger, als die meisten hoffen – und sie verschiebt vor allem Verantwortung. Eigenleistung kostet Zeit, muss handwerklich sitzen, muss in den Bauablauf passen und muss vertraglich klar abgegrenzt sein. Wo Sie selbst arbeiten, endet unsere Gewährleistung.
Sinnvoll ist Eigenleistung meist bei Arbeiten am Ende der Bauphase, die den Ablauf nicht blockieren: Malerarbeiten, Bodenbeläge, Außenanlagen. Riskant wird sie überall dort, wo andere Gewerke auf Ihr Ergebnis aufbauen.
Was kostet ein schlüsselfertiges Haus bei uns?
Zwischen 212.100 € und 480.000 €, Stand 01.05.2026, einschließlich Erdarbeiten und Bodenplatte. Die Spanne erklärt sich aus Haustyp und Wohnfläche: Ein kompakter Bungalow liegt am unteren Ende, eine große Stadtvilla am oberen.
Diese Zahlen nennen wir bewusst öffentlich. Viele Anbieter tun das nicht, mit dem Argument, jedes Haus sei individuell. Das stimmt – ändert aber nichts daran, dass Sie vor dem ersten Termin wissen sollten, ob eine Zusammenarbeit budgetär überhaupt Sinn ergibt. Was in diesem Preis enthalten ist, steht in unserer Bau- und Leistungsbeschreibung, die frei lesbar auf dieser Website liegt.
Welche Kosten entstehen nach dem Einzug?
Die Außenanlagen sind der Posten, der am häufigsten aus dem Budget fällt. Nach der Übergabe steht das Haus, aber Zufahrt, Stellplätze, Terrasse, Wege, Geländemodellierung, Entwässerung und Garten sind damit nicht automatisch fertig. Je nach Grundstück und Gefälle kommen hier schnell fünfstellige Beträge zusammen.
Dazu kommen Umzug, Küche, Möblierung, Lampen und Vorhänge – Positionen, die niemand in der Bauplanung vergisst, aber viele in der Finanzierung. Wer sie einrechnet, muss nach dem Einzug nicht zwei Jahre auf die Terrasse warten.
Wie hängen Bauzeit und Kosten zusammen?
Über die Bereitstellungszinsen. Eine Finanzierung wird zu einem Zeitpunkt abgeschlossen; wird das Geld später abgerufen als geplant, berechnet die Bank für den bereitgestellten, nicht abgerufenen Teil Zinsen. Eine Bauverzögerung kostet also nicht nur Nerven, sondern Geld – und zwar unabhängig davon, wer sie verursacht hat.
Deshalb ist eine vertraglich fixierte Bauzeit mehr als ein Servicemerkmal. Bei uns sind neun Monate ab Baubeginn als Garantie im Vertrag geregelt. Eine unverbindliche Angabe „ca. 9 Monate“ ist damit nicht vergleichbar.
Der ehrlichste Satz zum Thema Kosten lautet: Ein Hauspreis ohne Leistungsbeschreibung ist keine Information. Und ein Gesamtbudget ohne Nebenkosten ist keine Finanzierung.
In dieser Rubrik finden Sie Beiträge zu Baunebenkosten, zur Finanzierung, zu Eigenleistungen, zu Hausanschlüssen, zu Außenanlagen und zu der Frage, ob sich Bauen 2026 noch lohnt.





