Dachformen im Überblick

Dachformen im Überblick: Welche Dachform passt zu Ihrem Haus?

Satteldach, Walmdach, Zeltdach, Pultdach, Flachdach, Krüppelwalm- und Mansarddach – mit Bildern, Haustypen und was der Bebauungsplan zulässt

Die Dachform prägt die Architektur eines Hauses. Sie entscheidet aber auch über die mögliche Wohnfläche, ob ein Dachgeschoss entsteht, ob das Haus genehmigt wird, wie gut sich Photovoltaik unterbringen lässt – und über einen Teil der Kosten.

Kurz gesagt: Beim Wohnhaus üblich sind vor allem Satteldach, Walmdach, Zeltdach, Pultdach und Flachdach, dazu Krüppelwalm- und Mansarddach. Ein ausgebautes Dachgeschoss ermöglichen vor allem Satteldach, Krüppelwalmdach, Mansarddach und – einseitig – das Pultdach. Auf Bungalows sitzt meist ein flach geneigtes Walmdach, auf Stadtvillen ein Walm-, Zelt- oder Flachdach. Weil viele Bebauungspläne Dachform und Neigung vorschreiben, sollte die Dachform geprüft werden, bevor ein Hausentwurf feststeht.

Dachformen im Überblick

DachformAufbauTypischer HaustypDachgeschoss als Wohnraum?Besonderheit
Satteldachzwei geneigte Flächen, First, GiebelseitenEinfamilienhaus, Friesenhaus, Landhausja, mit DachschrägenNeigung bestimmt die nutzbare Fläche
Walmdachvier geneigte Flächen, keine GiebelBungalow, Stadtvilla, Landhausmeist nichtruhige Wirkung, mehrere Ausrichtungen
Zeltdachvier Flächen laufen über quadratischem Grundriss in einem Punkt zusammenStadtvillaneindarunter meist zwei volle Geschosse
Pultdacheine geneigte Flächemoderne Entwürfeja, einseitig hocheine große zusammenhängende Fläche
Flachdachsehr geringe Neigung, häufig mit Attikakubische Häuser, moderne StadtvillaneinAbdichtung und Entwässerung besonders wichtig
KrüppelwalmdachSatteldach mit abgeschrägten GiebelspitzenLandhausja, mit Dachschrägentraditionelle Optik
Mansarddachje Seite zwei Neigungen, unten steilerklassische Villenja, viel Raumheute eher selten

Welche Dachformen gibt es?

Satteldach

Zwei geneigte Dachflächen treffen sich am First, an den Stirnseiten entstehen Giebel. Das Satteldach gehört zu den häufigsten Dachformen beim Einfamilienhaus. Es eignet sich gut für ein ausgebautes Dachgeschoss und kann – abhängig von Dachneigung, Kniestock und den planungsrechtlichen Vorgaben – eine zweite Wohnebene ermöglichen, ohne dass zwingend zwei Vollgeschosse erforderlich sind.

Einfamilienhaus mit Satteldach – gebautes KLINKER HAUS
Einfamilienhaus mit Satteldach (45°) in Breydin, OT Trampe – Referenz ansehen

Walmdach

Beim Walmdach sind alle vier Seiten geneigt, klassische Giebel gibt es nicht. Das Haus wirkt geschlossen und ruhig. Typisch ist das Walmdach bei Bungalows und Landhäusern, flach geneigt auch bei Stadtvillen. Weil es mehr Dachflächen mit unterschiedlicher Ausrichtung hat, ist es konstruktiv etwas aufwendiger als ein Satteldach.

Bungalow mit Walmdach – gebautes KLINKER HAUS
Bungalow mit Walmdach (ca. 22°) in Tempelfelde – Referenz ansehen

Zeltdach

Auch hier sind alle vier Seiten geneigt – anders als beim Walmdach laufen die Flächen aber in einem Punkt zusammen, weil der Grundriss annähernd quadratisch ist. Einen First gibt es nicht. Das Zeltdach sitzt typischerweise auf Stadtvillen mit zwei vollen Geschossen und schließt den Baukörper ab, ohne dass Schrägen in die Wohnräume ragen.

Pultdach

Das Pultdach hat nur eine geneigte Fläche. Auf der hohen Seite entsteht ein volles Obergeschoss, auf der niedrigen eine geringere Wandhöhe. Es wirkt modern und bietet eine große zusammenhängende Dachfläche. Eine große und gut ausgerichtete Fläche erleichtert häufig die Planung einer Photovoltaikanlage.

Flachdach

Flachdächer haben eine sehr geringe Neigung und sind häufig von einer umlaufenden Attika eingefasst. Sie passen zu kubischer Architektur; darunter liegen volle Geschosse ohne Dachschrägen. Abdichtung und Entwässerung brauchen besondere Sorgfalt.

Stadtvilla mit Flachdach – gebautes KLINKER HAUS
Stadtvilla mit Flachdach in Berlin – Referenz ansehen

Krüppelwalmdach

Ein Satteldach, bei dem die Giebelspitzen abgeschrägt sind. Es wirkt traditionell und etwas weicher als ein reines Satteldach. Das Dachgeschoss bleibt als Wohnraum nutzbar.

Mansarddach

Jede Dachseite hat zwei unterschiedlich steile Bereiche: unten steil, oben flacher. Dadurch entsteht im Dachgeschoss viel nutzbarer Raum mit fast senkrechten Wänden. Es ist eine klassische Dachform, die heute eher selten gebaut wird.

Welche Dachform passt zu welchem Haus?

Bungalow

Beim Bungalow liegt das Wohnen auf einer Ebene, das Dachgeschoss ist meist nicht als Wohnraum vorgesehen. Häufig passt deshalb ein flach geneigtes Walmdach: Es hält die Traufe niedrig und lässt das Haus ruhig wirken. Je nach Architektur sind auch andere Dachformen möglich, etwa ein Flachdach. Mehr zu unseren Bungalows.

Stadtvilla

Die Stadtvilla hat zwei volle Geschosse. Darauf sitzt häufig ein flach geneigtes Walm- oder Zeltdach, als moderne Variante ein Flachdach. Ob zwei Vollgeschosse und die gewünschte Dachform zulässig sind, entscheidet der Bebauungsplan. Mehr zu unseren Stadtvillen.

Einfamilienhaus

Beim klassischen Einfamilienhaus ist das Satteldach mit ausgebautem Dachgeschoss häufig. Wie viel vom Dachgeschoss nutzbar ist, bestimmt die Neigung: Je steiler das Dach, desto mehr Fläche mit voller Kopfhöhe – desto höher aber auch der First. Mehr zu unseren Einfamilienhäusern.

Was schreibt der Bebauungsplan vor?

Bebauungspläne können unter anderem regeln: Dachform, Dachneigung, Traufhöhe, Firsthöhe, Firstrichtung, Zahl der Vollgeschosse und Dachaufbauten wie Gauben. Ein Beispiel aus unseren Entwürfen: Die Friesenhäuser haben 45° Dachneigung, Traufhöhen zwischen 3,52 und 3,95 m und Firsthöhen zwischen 7,66 und 8,55 m – genau solche Werte stehen im Bebauungsplan oft als Obergrenze.

Gibt es keinen Bebauungsplan, orientiert sich die Genehmigung an der umgebenden Bebauung. Die gewünschte Dachform sollte deshalb geprüft werden, bevor ein Hausentwurf festgelegt wird. Wie Sie einen Bebauungsplan lesen, erklären wir in Bebauungsplan verstehen.

„Bauherren verlieben sich oft zuerst in eine Dachform und schauen dann in den Bebauungsplan. Wir machen es andersherum: Erst prüfen wir, was erlaubt ist, dann zeichnen wir das Dach. Das erspart die Enttäuschung, wenn das Wunschhaus dort gar nicht genehmigt würde.“

Sirko Schladitz, Geschäftsführer KLINKER HAUS

Wie beeinflusst die Dachform die Wohnfläche?

Unter Dachschrägen wird die Fläche nach Wohnflächenverordnung (WoFlV) gestaffelt angerechnet: Unter 1 m lichter Höhe zählt sie nicht, zwischen 1 und 2 m zur Hälfte, ab 2 m voll. Ein Dachgeschoss unter einem Satteldach hat deshalb weniger anrechenbare und weniger gut möblierbare Fläche als ein volles Obergeschoss gleicher Grundfläche.

Ob ein Haus dadurch insgesamt mehr oder weniger Wohnfläche hat, hängt aber nicht von der Dachform allein ab, sondern davon, wie viele Vollgeschosse und welche Grundfläche das Baurecht zulässt. Wer ohne Schrägen wohnen möchte, findet mehr dazu in Haus ohne Dachschrägen bauen.

Welche Dachform eignet sich für Photovoltaik?

Große zusammenhängende Dachflächen vereinfachen häufig die Belegung mit Modulen. Ein Satteldach bietet meist zwei große Flächen, ein Pultdach eine. Bei Walm- und Zeltdach verteilt sich die Fläche auf mehrere Seiten und Ausrichtungen. Auf Flachdächern werden Module meist aufgeständert. Eine pauschale Rangliste gibt es nicht – entscheidend sind Ausrichtung, Neigung, Verschattung und der Strombedarf im Haus.

Was kostet welche Dachform?

Eine pauschale Preisrangliste wäre nicht seriös. Die Kosten hängen unter anderem ab von Dachfläche und Dachneigung, der Zahl der Dachflächen, Graten und Kehlen, Gauben, Dachüberständen, der Eindeckung und dem konstruktiven Aufwand. Vergleichen Sie Angebote deshalb immer anhand des konkreten Dachaufbaus.

So planen wir das Dach bei KLINKER HAUS

  • Dach im Hauspreis enthalten. Dachform und Dachneigung sind frei wählbar, soweit das Baurecht es zulässt. Unsere Entwürfe sind mit Walmdach (22°) oder Satteldach (45°) geplant; Pultdach, Krüppelwalmdach oder Flachdach lassen sich vereinbaren. Sonderdachformen prüfen wir projektbezogen im Rahmen der technischen und planungsrechtlichen Möglichkeiten.
  • Eindeckung: Tondachziegel von BRAAS/Lafarge (Rubin 9V) oder Röben.
  • Spitzboden: mit Rauspund ausgelegt, für 100 kg/m² – als Lagerfläche nutzbar.
  • Gebaut ansehen: Wie Dachform und Klinkerfassade zusammenwirken, zeigen unsere Projekte. Alles Weitere steht in unserer Bau- und Leistungsbeschreibung.

Häufige Fragen zu Dachformen

Welche Dachformen gibt es?

Beim Wohnhaus üblich sind Satteldach, Walmdach, Zeltdach, Pultdach und Flachdach, dazu Krüppelwalmdach und Mansarddach. Sie unterscheiden sich in der Zahl und Neigung der Dachflächen und darin, ob darunter ein Dachgeschoss als Wohnraum entsteht.

Das Satteldach gehört zu den häufigsten Dachformen beim Einfamilienhaus. Es eignet sich gut für ein ausgebautes Dachgeschoss und kann – abhängig von Dachneigung, Kniestock und den planungsrechtlichen Vorgaben – eine zweite Wohnebene ermöglichen, ohne dass zwingend zwei Vollgeschosse erforderlich sind. Welche Form auf einem Grundstück möglich ist, entscheidet der Bebauungsplan.

Häufig ein flach geneigtes Walm- oder Zeltdach über zwei vollen Geschossen, als moderne Variante ein Flachdach. Voraussetzung ist, dass der Bebauungsplan zwei Vollgeschosse und die Dachform zulässt.

Häufig ein flach geneigtes Walmdach. Es hält die Traufe niedrig, ein Wohnraum im Dach ist beim Bungalow meist nicht vorgesehen. Je nach Architektur sind auch andere Formen möglich, etwa ein Flachdach.

Nein. Viele Bebauungspläne schreiben Dachform und Dachneigung vor. Ob ein Flachdach möglich ist, sollte vor dem Grundstückskauf oder spätestens vor der Hausplanung geprüft werden.

Viel nutzbaren Raum unter dem Dach bieten steile Satteldächer und vor allem Mansarddächer, weil die unteren Dachflächen fast senkrecht stehen. Ganz ohne Schrägen wohnt man nur in vollen Geschossen unter Zelt- oder Flachdach.

Große zusammenhängende Flächen vereinfachen die Modulbelegung – etwa beim Satteldach oder Pultdach. Walm- und Zeltdach haben mehrere kleinere Flächen, Flachdächer brauchen aufgeständerte Module. Entscheidend sind Ausrichtung, Neigung und Verschattung.

Ja. Unter Dachschrägen zählt die Fläche nach WoFlV unter 1 m Höhe nicht und zwischen 1 und 2 m nur zur Hälfte. Wie viel Wohnfläche ein Haus insgesamt hat, hängt aber auch von Vollgeschossen und Grundfläche ab, die das Baurecht zulässt.

Individuell geplantes Haus von KLINKER HAUS mit heller Fassade und Erker

Welche Dachform ist auf Ihrem Grundstück möglich?

Wir prüfen den Bebauungsplan und zeigen Ihnen, welche unserer Hausentwürfe mit welcher Dachform zu Ihrem Grundstück passen.

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Neubau mit Photovoltaikanlage, Speicher und Wallbox für das Elektroauto
Veröffentlicht am
Zuletzt aktualisiert am 2. Oktober 2026
Porträt von Sirko Schladitz

Über den Autor

Sirko Schladitz ist Geschäftsführer der KLINKER HAUS Projekt- und Vertriebsgesellschaft mbH in Bernau bei Berlin und seit 2016 im Unternehmen. Er begleitet Bauherren von der ersten Beratung bis zur Übergabe. Fragen zum Thema? Kostenlose Erstberatung anfragen.

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