Architektenhaus: wenn kein Entwurf passt

Die meisten unserer Bauherren starten mit einem unserer 49 Entwürfe und lassen ihn anpassen – Wände verschieben, Räume anders zuschneiden, Fenster neu setzen. Für rund neun von zehn Grundstücken führt dieser Weg zum Ziel, und er ist schneller und günstiger als jeder freie Entwurf.

Es gibt aber Fälle, in denen kein Ausgangsentwurf trägt: ein Grundstück mit schwierigem Zuschnitt oder starkem Gefälle, ein Bebauungsplan mit ungewöhnlichen Auflagen, ein Raumprogramm, das sich aus keinem Grundriss entwickeln lässt. Dann planen wir frei. Und es kommt regelmäßig vor, dass Bauherren mit einem eigenen Architekten zu uns kommen und wir dessen Entwurf ausführen – auch das ist bei uns Alltag und kein Sonderfall.

Der Unterschied in einem Satz: Beim individuell geplanten Massivhaus verändern wir einen bestehenden Entwurf, bis er zu Ihrem Grundstück passt. Beim Architektenhaus entsteht der Grundriss von der leeren Seite aus – die Bauweise bleibt dieselbe: massiv, Stein auf Stein, zweischalig mit Klinker.

Wann ein freier Entwurf sinnvoll ist

Das Grundstück gibt es vor. Ein schmaler Zuschnitt, ein spitzer Winkel, ein deutliches Gefälle oder ein Baufenster, das nach Abzug der Abstandsflächen kaum noch Spielraum lässt – dann beginnt die Planung beim Grundstück und nicht bei einem Grundriss.

Das Baurecht gibt es vor. Manche Bebauungspläne schreiben Firstrichtung, Traufhöhe, Dachneigung oder sogar die Fassade so eng vor, dass ein Standardentwurf nicht genehmigungsfähig wäre.

Das Raumprogramm gibt es vor. Mehrgenerationenwohnen, eine Praxis oder ein Büro im Haus, ein Grundriss, der später teilbar sein soll – Anforderungen, die die Struktur des Hauses bestimmen und nicht nachträglich hineinpassen.

Was ein Architektenhaus kostet

Mehr als ein angepasster Entwurf, und der Unterschied entsteht an zwei Stellen: in der Planung selbst und im Bau. Ein freier Entwurf braucht mehr Planungsleistung, und er nutzt seltener die Standardmaße, die den Materialeinsatz günstig halten – ein Haus mit vielen Ecken, Versprüngen und Sonderbauteilen kostet pro Quadratmeter mehr als ein kompakter Baukörper.

Was gleich bleibt: Auch beim Architektenhaus bekommen Sie von uns eine Bau- und Leistungsbeschreibung, einen Festpreis und eine vertraglich fixierte Bauzeit. Der freie Entwurf ändert nichts daran, wie wir kalkulieren und wie wir Verträge schließen.

Wenn Sie schon einen Architekten haben

Das ist bei uns kein Ausnahmefall, sondern kommt häufig vor. Wir arbeiten mit den Plänen Ihres Architekten und übernehmen die Ausführung – dann sind wir das bauausführende Unternehmen und nicht der Planer. Sie behalten Ihren Ansprechpartner für den Entwurf, wir verantworten, dass er massiv, termingerecht und zum vereinbarten Preis gebaut wird.

Wichtig ist nur eines: dass wir früh ins Gespräch kommen. Ein Entwurf, der ohne Rücksicht auf Bauweise und Materialien entstanden ist, lässt sich zwar bauen, wird in der Ausführung aber schnell teurer als nötig.

Am günstigsten wird es, wenn Architekt und Bauunternehmen sich über die konstruktiven Grundentscheidungen austauschen, bevor der Entwurf steht – Spannweiten, Öffnungsmaße, Deckenaufbauten, die Lage der Installationsschächte.

Und wenn es doch ein Entwurf tut?

Dann sagen wir Ihnen das. Es kommt regelmäßig vor, dass ein Bauherr mit dem Wunsch nach einem völlig freien Entwurf kommt und wir nach dem Blick auf Grundstück und Raumprogramm feststellen: Zwei verschobene Wände in einem bestehenden Entwurf ergeben dasselbe Haus – nur schneller, günstiger und mit einem Grundriss, der sich in gebauten Häusern bereits bewährt hat.

Das ist keine Bescheidenheit, sondern Erfahrung aus fast 600 gebauten Häusern. Ein freier Entwurf soll etwas lösen, was anders nicht lösbar ist. Wo er nichts löst, kostet er nur.