Ratgeber - Grundriss & Haustypen

Welcher Grundriss passt zu Ihrem Grundstück?

Ein Grundriss wird nicht am Reißbrett entschieden, sondern von drei Vorgaben eingegrenzt: was der Bebauungsplan zulässt, was das Grundstück an Zuschnitt und Ausrichtung hergibt und wie Sie tatsächlich leben. Erst danach beginnt die Gestaltung.

Der häufigste Planungsfehler ist nicht ein zu kleiner Raum, sondern eine Wohnfläche, die an der falschen Stelle liegt. Ein Haus mit 140 m² kann großzügig oder beengt wirken – je nachdem, wie viel davon in Fluren steckt, wie die Räume zueinander liegen und wo die Sonne steht.

Wie wir das handhaben. Unsere Entwürfe sind Ausgangspunkte, keine Kataloge. Wände werden verschoben, Räume anders zugeschnitten, Fenster neu gesetzt – nach den Möglichkeiten des Grundstücks und den Bedürfnissen der Bauherren. Wir bauen individuell, und der Entwurf, den Sie auf der Website sehen, ist der Anfang dieses Gesprächs, nicht sein Ergebnis.

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Bungalow oder Stadtvilla – wovon hängt das ab?

Zuerst vom Grundstück. Ein Bungalow legt die gesamte Wohnfläche auf eine Ebene und braucht deshalb spürbar mehr Grundfläche: Rund 119 m² Wohnfläche belegen etwa 147 m² Grundstücksfläche. Eine Stadtvilla erreicht dieselbe Wohnfläche auf der Hälfte, weil sie zwei volle Geschosse hat.

Dann vom Bebauungsplan: Wo nur eingeschossig gebaut werden darf, entfällt die Stadtvilla. Und schließlich von der Lebensplanung – schwellenloses Wohnen auf einer Ebene ist ein Argument, das mit den Jahren wichtiger wird, nicht unwichtiger.

Wie plane ich einen Grundriss, der im Alltag funktioniert?

Gehen Sie einen normalen Tag durch, nicht einen Sonntag. Wo kommen Sie mit Einkäufen herein, wie weit ist es von dort in die Küche? Wo landet nasse Kleidung? Wie kommen Sie vom Hauswirtschaftsraum in den Garten? Wo steht der Wäscheständer, wenn es regnet?

Prüfen Sie außerdem die Zonierung: Schlafen und Wohnen sollten akustisch getrennt sein, das Gäste-WC nicht direkt am Esstisch liegen, der Hauseingang nicht mitten durch den Wohnbereich führen. Diese Dinge kosten in der Planung nichts und im Alltag jeden Tag etwas.

Wie viel Wohnfläche brauchen wir wirklich?

Weniger als die meisten annehmen – wenn die Fläche gut geschnitten ist. Vier Personen wohnen in 130 gut geplanten Quadratmetern komfortabler als in 160 schlecht geschnittenen. Jeder Quadratmeter kostet in der Errichtung Geld und danach jeden Monat Heizung, Reinigung und Instandhaltung.

Sinnvoller als mehr Fläche ist oft mehr Flexibilität: ein Raum, der heute Kinderzimmer und später Arbeitszimmer ist. Ein Bad, das später nachrüstbar bleibt. Ein Erdgeschoss, in dem sich bei Bedarf ein Schlafzimmer unterbringen lässt.

Wohin gehört das Homeoffice?

Nicht in die Ecke des Schlafzimmers. Ein Arbeitsplatz, an dem regelmäßig telefoniert oder videokonferiert wird, braucht eine Tür, Tageslicht ohne direkte Blendung und einen Hintergrund, der zeigbar ist. Und er braucht Netzwerk und ausreichend Steckdosen – zwei Punkte, die in der Elektroplanung festgelegt werden, nicht später.

Praktisch bewährt hat sich ein Raum in Eingangsnähe: kurze Wege für Besucher, akustische Trennung vom Wohnbereich, und bei einer späteren Nutzungsänderung ist er leicht abzukoppeln.

Kann man ganz ohne Dachschrägen bauen?

Ja – über einen Bungalow, eine Stadtvilla mit Walm- oder Zeltdach oder ein Haus mit Vollgeschoss statt ausgebautem Dach. Dachschrägen kosten nutzbare Fläche, erschweren Möblierung und Fensterplanung und lassen sich nachträglich nicht ändern.

Der Preis dafür ist entweder mehr Grundfläche oder eine Dachform, die der Bebauungsplan zulassen muss. Wer keine Schrägen möchte, sollte das am ersten Tag sagen. Es ist eine der wenigen Entscheidungen, die den Haustyp bestimmen und nicht umgekehrt.

Keller oder Bodenplatte?

Ein Keller kostet mehr und liefert Fläche, die als Wohnfläche nicht zählt, im Alltag aber viel wert ist: Technik, Vorräte, Werkstatt, Wäsche. Eine Bodenplatte ist günstiger, verlagert diese Funktionen aber ins Erdgeschoss – und die Fläche, die dort dafür draufgeht, kostet Wohnfläche.

Die Entscheidung hängt am Grundstück: Grundwasserstand, Bodenverhältnisse, Hanglage und Bebauungsplan können einen Keller teuer oder attraktiv machen. Auch hier gilt: Das Bodengutachten liefert die Antwort, nicht der Wunsch.

Wie flexibel bleibt ein Grundriss später?

Flexibel ist ein Grundriss dann, wenn tragende Wände und Installationsschächte so liegen, dass spätere Änderungen möglich bleiben. Zwei Kinderzimmer, die sich zu einem großen Raum verbinden lassen. Ein Erdgeschossraum, der später Schlafzimmer werden kann. Ein Bad, dessen Anschlüsse eine zweite Nasszelle im Erdgeschoss zulassen.

Das kostet in der Planung nichts, muss aber gedacht werden, solange die Wände nur auf dem Papier stehen. Wer massiv baut, hat hier einen Vorteil: Änderungen sind bis spät in die Planung möglich, weil nichts im Werk vorgefertigt wurde.

Wie kommen wir von der Idee zum fertigen Grundriss?

In vier Schritten. Erst die Rahmenbedingungen: Grundstück, Baurecht, Budget. Dann die Bedarfsermittlung: Wie viele Personen, welche Räume, welche Abläufe im Alltag, welche Perspektive in zehn Jahren. Dann ein Entwurf, der auf einem unserer Ausgangspunkte aufsetzt und angepasst wird. Und schließlich die Abstimmung mit Haustechnik, Ausstattung und Kosten.

Zwischen der ersten Idee und dem Einzug liegen erfahrungsgemäß 14 bis 20 Monate, davon rund neun Monate reine Bauzeit. Der größere Teil dieser Zeit ist Vorbereitung – und genau die entscheidet, wie gut das Ergebnis wird.

Ein guter Grundriss ist kein schöner Grundriss, sondern einer, der zu Ihrem Grundstück, Ihrem Baurecht und Ihrem Alltag passt. Alles drei ist bei jedem Bauherrn anders – deshalb ist ein Katalogentwurf ein Ausgangspunkt und kein Ergebnis.

In dieser Rubrik finden Sie Beiträge zur Grundrissplanung, zum Vergleich Bungalow und Stadtvilla, zum Bauen ohne Dachschrägen, zum Homeoffice im Einfamilienhaus und zu den Schritten vor dem ersten Spatenstich.