Checkliste für angehende Bauherren

Klinker Haus möchten Ihnen mit der vorliegenden Checkliste ein Instrument zur Auswertung von Angeboten und Bau- und Leistungsbeschreibungen für Einfamilienhäuser an die Hand geben. Die Bewertung einzelner Angebote verbessert die Vergleichbarkeit und unterstützt Sie bei der Vorbereitung auf die weiterführenden Verhandlungen mit den ausgewählten Anbietern, indem insbesondere die Vollständigkeit und Eindeutigkeit der Beschreibung sowie die kostenseitige Zuordnung einzelner angebotener Leistungen systematisch dargelegt werden.

Die wichtigsten Punkte

Die Größe des Hauses

Die Lücken im Vertrag

Die Ausstattung des Hauses

Vorher wissen, was es am Ende kostet!

Nicht selten sollen Kunden mit einem augenscheinlich günstigen Angebot emotional an den Anbieter gebunden werden, was häufig auch funktioniert. Trotz scheinbarem Festpreis werden die Aufpreise dann später serviert, wenn die Konkurrenz aus dem Rennen ist und Vergleiche nicht mehr angestellt werden können.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Prüfung von Baubeschreibungen.

Die Größe des Hauses

Die finanziellen Auswirkungen kleiner Differenzen in der Hausgröße werden oftmals unterschätzt. Viele Kunden glauben einfach nicht, dass es trotz weniger Zentimeter um „Tausende“ geht. Jedoch fragen alle nach Details, bei denen es um viel weniger Geld geht.

Unsere Erfahrung ist jedoch, alle Fragen nach dem Fliesenpreis, obwohl es um viel kleinere Summen geht als zum Beispiel bei der Größe des Haues (z.B. 30 € statt 15 € pro m² bei insgesamt weniger als 100 m² Fliesen). Hier geht es also immer nur um „Hunderte“, nicht um „Tausende“ wie bei der Hausgröße.

Wie aber beurteilen Sie die Größe eines Hauses? Wie stellen Sie fest, ob Haus A größer oder kleiner ist als Haus B? Wie messen oder berechnen Sie, wie viel sich das Haus A vom Haus B unterscheidet? Benutzen Sie die Wohnfläche, die Nutzfläche, die DIN, die II. BV oder etwas anderes?

 

Ein Rechenbeispiel

Stadtvilla A: 8,00 m x 10,00 m = 80,00 m² bebaute Fläche = 100,0%

Stadtvilla B: 8,25 m x 10,25 m = 84,56 m² bebaute Fläche = 105,7%

 

Haus B hat womöglich rund 8 m² mehr Wohnfläche. Daraus ergibt sich ein Mehrpreis von ca. 10.000€. Hätten Sie gedacht, dass es wegen 25 cm um „Tausende“ geht?

Die Lücken im Angebot

Die Baubeschreibung, die fachlich auch Leistungsbeschreibung genannt wird, definiert welche Leistung der Bauträger zu welchem Pauschalpreis vertraglich zusichert. Durch die Baubeschreibung wird die Leistungspflicht des Bauunternehmers im Einzelnen geregelt. Sie sollte auf Vollständigkeit, Begriffswahl und Inhalte überprüft werden. Dabei kommt es ganz entscheidend auf die Ausführlichkeit der Leistungsbeschreibung an, denn was hier nicht drin steht, bekommen Sie auch nicht.

 

Hier ein kleine Übersicht oftmals fehlender Leistungen, durch die dann zusätzliche Kosten oder Aufwände entstehen:

Individuelle Planung des Hauses, abweichend vom Standard

Bauantragsplanung inkl. Statik und Wärmschutznachweis

Koordination der Erschließungsarbeiten

Entsorgung der Baustoffreste

Bereitstellung einer Baustellentoilette

Herstellung der Bodenplatte

Vorbereitung der Medieneinführung

Spachtel- und Verfugungsarbeiten der Trockenbauplatten

Herstellung des Sockelputzes

Ausdielen des Spitzboden

Einbau von Innentüren

Einbau von Sanitärobjekten

Dämmung im Innenbereich Gerüst

 

Sie sollten sich die Baubeschreibungen in jedem Fall genau durchlesen und genau prüfen, ob alle Leistungen im Angebot enthalten sind, die vertraglich vereinbart wurden. Fehlen wichtige Bestandteile oder gibt es zusätzliche Kosten? Werden Sie auf fehlende Bestandteile oder zusätzliche Kosten hingewiesen?

 

 

Die Ausstattung des Hauses

Als wichtigster Bestandteil eines Bauvertrages gilt die Baubeschreibung. Sie definiert welche Leistung der Bauträger an Sie zu übergeben hat. Anhand der Baubeschreibung erkennt ein Fachmann sofort, ob die Ausstattung des Bauträgers als durchschnittlich oder gar überdurchschnittlich eingestuft werden kann. Bewegt sich der Ausstattungsstandard am unteren Ende, entstehen durch abweichende Ausführungen oder Sonderwünsche mitunter erhebliche Zusatzkosten.

 

Mit folgenden Fragen können Sie die Qualität der Ausstattung beurteilen:

Bis zu welcher Höhe wird der Oberboden abgetragen?

Werden alle Innen- und Außenwände in massiver Bauweise hergestellt?

Welche Raumhöhen haben das EG und OG, wenn der Bau abgeschlossen ist?

Ist die Decke über dem EG eine massive Betondecke (nicht Bungalow)?

Wie hoch ist der Drempel im OG und wird dieser in massiver Bauweise hergestellt?

Welches Material für die Dacheindeckung wird verwendet? Beton oder Ton?

Aus welchem Material besteht die Außendämmung?

Wie groß ist der Dachüberstand, mit oder ohne Rinne?

Aus welchem Material besteht die Dachrinne und Fallrohre?

Gibt es eine preisneutrale Farbauswahl beim Außenputz?

Aus welchem Material bestehen die Innen- und Außenfensterbänke?

Für welche Vorlauftemperaturen ist die Fußbodenheizung ausgelegt?

Gibt es für die Fußbodenheizung eine Einzelraumregelung?

Hat der Außenwasserhahn einen separaten Wasserzähler?

Welche Sanitärobjekte werden verbaut?

Welcher Materialpreis pro m² Fliesen sind im Angebt enthalten?

In welchen Räumen wird der Fußboden und die Wände gefliest?

Bis zu welcher Höhe werden im Bad die Wandfliesen verlegt?

Reicht das vorhandene Elektroprogramm aus?

 

Die Baubeschreibung ist für Laien nicht immer leicht zu lesen, jedoch sollten Bauherren sich unbedingt die Zeit nehmen, sie genau zu studieren. Denn hier ist der gesamte Leistungsumfang der Baufirma festgehalten. So lassen sich später Enttäuschungen und Streitigkeiten vermeiden. Gerne unterstützen wir Sie bei der Prüfung und dem Vergleich von Baubeschreibungen.